Anfang 2025 habe ich mir etwas Kleines versprochen – mehr zu lesen. Nicht aus Disziplin oder Leistung, sondern aus Neugier. Ich wollte mich wieder verlieren, still sitzen und für eine Weile jemand anderem Rhythmus folgen. Und zum ersten Mal habe ich dieses Versprechen tatsächlich gehalten.
Wenn du also noch nach letzten Geschenken suchst, hier sind sechs Bücher, die ich wirklich empfehlen würde – jedes blieb aus unterschiedlichen Gründen bei mir:
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Die Vegetarierin – Han Kang
Ein surrealer Roman, der mich herausforderte, dran zu bleiben. Ich hatte Schwierigkeiten, mich mit den Figuren zu identifizieren – was am Ende der Sinn war. Er ließ mich erkennen, wie weit Menschen für das, woran sie glauben, gehen können. -
Sonechka – Lyudmila Ulitskaya
Eine ruhige, intelligente Geschichte über das Schicksal einer Frau. Subtil und wunderschön geschrieben – eines dieser Bücher, die flüstern, aber nachhallen. -
Die Schule für gute Mütter – Jessamine Chan
Beunruhigend und brillant. Ein dystopischer Roman über Mutterschaft und Urteil – und wie Kontrolle oft als Fürsorge getarnt ist. Er blieb lange nach der letzten Seite bei mir. -
Wir sollten alle Feministinnen sein – Chimamanda Ngozi Adichie
Mehr ein Essay als eine Geschichte, aber unverzichtbar. Es erinnerte mich an die Ungleichheit des Frauseins – nicht nur im Alltag, sondern über geografische Grenzen hinweg. Es hinterließ mehr Empathie und Perspektive bei mir. -
Der Fänger im Roggen – J.D. Salinger
Wahrscheinlich eines der besten Bücher, die ich je gelesen habe. Holden ist rein und verloren, und seine Liebe zu seiner Schwester rettet ihn – und vielleicht uns. Es ist eine Geschichte über Traurigkeit, ja, aber auch über Klarheit. -
Der große Gatsby – F. Scott Fitzgerald
Ich mochte es am Anfang nicht – die distanzierte Erzählweise wirkte kalt. Aber am Ende ergab alles perfekten Sinn. Wenn wir alles zu leicht wüssten, würden wir das Geheimnis verlieren. Daisy und Tom werden immer existieren – Menschen, die ohne Konsequenzen leben. -
All My Rage – Sabaa Tahir
Eine kraftvolle Geschichte über diejenigen, die das Leben mit ein paar Schritten Rückstand beginnen. Es liest sich wie ein Coming-of-Age-Film, trägt aber etwas Schwereres – systemische Ungerechtigkeit, Durchhaltevermögen, Liebe. -
James – Percival Everett
Eine Neuinterpretation von Huckleberry Finn, erzählt aus der Perspektive eines versklavten Mannes. Es ist scharf, schmerzhaft und aufschlussreich – eine Geschichte über Rassismus, aber noch tiefer über Stimme, einen Stift und das Recht darauf.
Alle zu lesen ließ mich erkennen, wie Fiktion das Leben in Fragmenten widerspiegelt – manche weich, manche scharf, alle notwendig. Es erinnerte mich daran, dass Geschichten keine Flucht sind, sondern Spiegel. Und wenn du über deine eigenen Vorsätze für 2026 nachdenkst, fang vielleicht mit etwas Kleinem an, so wie ich. Ein Buch, eine Seite, eine Pause.